Einen Vorteil hatte das Tofu: Weil Tofus so hässlich und unsympathisch sind, dass sie sogar von Vegetarieren gegessen werden, mussten in der Tofufabrik alle Mitarbeiter Augenbinden tragen. Hätte auch nur einer von ihnen einen Blick auf ein Tofu geworfen, er wäre angesichts der Hässlichkeit der armen Geschöpfe sofort blind geworden. Und weil eine plötzliche Erblindung von Mitarbeitern von der Versicherung des Arbeitgebers bezahlt werden musste, hatten die sich entschlossen, alle zum Tragen von Augenbinden zu verpflichten.Und so kam es, dass ein Tofu unbemerkt aus der Verarbeitungsfabrik, wo die hässlichen und unsympathischen Tiere zu Vegetariernahrung gemacht werden, fliehen konnte. Es hatte Glück gehabt: Die Klammer, die die Tofus – die so hässlich und unsympathisch sind, dass sie hier aus Sicherheitsgründen nicht näher beschrieben werden dürfen – aus ihren Käfigen zieht, durch eine große Lagerhalle schleppt und dann in einen Schredder wirft, hatte sich bei unserem Tofu – nennen wir ihn mal Horst, was ja ein sehr hässlicher und unsympathischer Name ist – gelöst. Ein technischer Defekt war Schuld, für den auch irgendwann die Versicherung der Arbeitgeber haften muss, wenn irgendwann mal jemand merken sollte, dass die Klammer kaputt ist. Aber das passiert sicher so schnell nicht, schließlich tragen ja alle Mitarbeiter Augenbinden, womit es sehr schwer ist, eine defekte Klammer zu sehen.
Horst, der – wäre er nicht so unsympathisch, dass er niemals glücklich sein kann – glücklich hätte sein müssen, dass er nicht im Schredder gelandet ist (die Tofus weren so klein gehackt, dass man ihre Hässlichkeit nicht mehr sehen kann, so dass für die Vegetarier keine Gefahr besteht), ging raus in die weite Welt…
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