
Aus aktuellem Anlass: Hintergründiges
Hunde, sofern gut erzogen, folgen immer ihrem RUF. Damit unterscheiden sie sich durch nichts von überehrgeizigen Hochschulprofessoren, höchstens vielleicht von anderen Tieren wie beispielsweise Katzen.
Je nachdem, von welcher Stelle der Ruf erschallt (mehr dazu in Folge 6), gibt es im Reich der Hunde jedoch gewisse Schwierigkeiten. Hunde, besonders männliche, sogenannte Rüden, markieren in ebendieser Manier ihr Revier. Dazu verspitzen sie einige Tropfen eigengeruchtransportierenden Urin an diversen Randmarken ihres Gebiets. Jeder andere männliche Hund weiß nun, dass dieses Stück Land/Zaun/Straßenlaterne schon vom Markierer in Beschlag genommen worden ist. Die einfache Gleichung: Hund = Rudeltier = Unterwerfung gewisser gruppenynamischer Prozesse geht insofern auf, dass eben nicht jeder Hund einfach so durch die Welt trotten kann, ohne sich sofort gewissen revierverteidigenden/- bzw -erobernden Prozessen (Dieser Platz ist zu klein für uns zwei!) unterworfen zu sehen, die natürlich von der eigentlichen Bestimmung (Der RUF! Der RUF!) ablenken würden.
Hunde, die wie unsere Massie einem RUF (bzw. einer BERUFUNG: Mehr Chaos in die Welt zu bringen!) zu folgen haben, müssen also alternative Reisewege nutzen. Bewährt hat sich die Technik des sogenannten Fernmarkierens, dem ein Sich-selbst-Materialisieren am Markierungsort, ganz ohne die lästigen Beißereien folgt. Gerüchten zufolge war es ein kleiner schwarzer Terrier, der irgendwo im dänischen Hinterland als erster diese revolutionäre Innovation der hündischen Fortbewegung ins Leben rief. Er begann nämlich, seine Reviermarkierung an bewegten Objekten vorzunehmen, sprich: Autos. Einmal Hamburg bitte, sagte er kleine schwarze Terrier (auf dänisch natürlich bzw. auf hündisch, gibt es da auch Landessprachen?) während er auf dem Parkplatz eines Dansk Supermarked an ein deutsches Auto pinkelte. Er wurde ganz schön berühmt dadurch.
Scotti, beam mich nach Berlin, bellt Massie dem kleinen schwarzen Terrier zu, nachdem sie einen RUF dorthin bekommen hat (-wenn man es genauer überlegt, ist Hundesprache wohl der Einfachheit halber doch grenzenlos oder zumindest soweit der globalisierten Welt angepasst, dass eine problemlose Verständigung zwischen den beiden Protagonisten dieser Folge möglich ist). Scotti, das ist der Name, dem die Supermarktkette NETTO dem kleinen schwarzen Terrier verliehen hat, dem er als Testimonial dient, der kleine Hund, der sich überall verbreitet und nun sein Konterfei auf über 280 gelben Discountsupermärkte in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und dem Großraum Hamburg schmückt.
Massie wäre nicht Massie, wäre sie nicht zwar emanzipiert (Im Stehen pinkeln? No Problem!), aber dennoch auch, nunja, einer HundeDAME gemäß auch ein wenig eitel. Massie freut sich daher besonders, inspiriert von Scotti, auf eine andere Art der Fermarkierung zurückgreifen zu können, die erst durch die weite Welt des Internets möglich geworden ist: Die Transmedialreise. Auf diese Weise kann Massie (von jedem, der sich denkt: hier wird Massie- Der Chaoscollie gebraucht!) an verschiedenste Orte der Welt gebracht werden. Denn dort, wo Massies wunderhübsche Hundegestalt im öffentlichen Raum erscheint, da ist sie (und damit auch das Chaos) nicht weit.




