
Sonntag, 25. Oktober 2009
Samstag, 24. Oktober 2009
Nightwatch

Mittwoch, 21. Oktober 2009
Night Watch
Erst am späten Nachmittag wurde klar, dass er nicht tot sondern schwanger ist. Mit einem seltsamen Vieh, das er nur zur Welt bringen kann, wenn er stirbt. Was das alles zu bedeuten hat, ist unklar, doch Spike Jonze hat die Ereignisse in einem rührenden kleinen Clip festgehalten, der spätestens ab Minute 6 interessant wird.
Ist das jetzt der erste Musikvideo, der ohne zugehörigen Song auskommt?
Montag, 19. Oktober 2009
Sonntag, 18. Oktober 2009
Samstag, 17. Oktober 2009
My Big Fat Greek Wedding
Nackt

Freitag, 16. Oktober 2009
Taxi Driver
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Montag, 12. Oktober 2009
Nackt
Sex braucht seine Peinlichkeit zurück. Wer früher einen Porno sehen wollte, musste sich outen - wenigstens vor der nach Zigarettenrauch stinkenden Videothekarin, die so tun musste, als hätte sie keine spöttischen Gedanken, wenn man ihr die klebrige Leerhülle zu "Harry Popper und sein Zauberstab" rüberschiebt.
Wenn Sex seinen Wert verliert, verliert er auch seinen Humor. Clips auf youporn.com kann jeder ansehen, ohne sich blamieren zu müssen. Das hat zur Folge, dass der öffentliche Sex auch nicht mehr verkauft werden muss. Das heißt, auf eine grandios schlechte Handlung und doppeldeutige Schwachsinns-Titel wird verzichtet - und das sind doch die Werte, die eine gute Trash-Kultur verteidigen muss!
Kein Mensch würde sich Clips von Explosionen ansehen, die aus Action-Filmen rausgeschnitten wurden. Und das nur, weil man sich nicht schämen muss, wenn man einen Action-Film in der Videothek ausleiht.
Auch Menschen, die nur mit sich selbst Sex haben, haben ein Recht auf Spaß dabei!
Ich bin mir sicher, dass die meisten youporn-Nutzer gerne wieder mehr Spaß beim Geschlechtsverkehr-Ersatz hätten. Deshalb fordere ich, dass auf Porno-Seiten die Funktion eingebaut wird, dass jeder, der einen Sex-Clip ansieht, fotografiert und neben dem Clip eingeblendet wird. Die User würden dann schnell einfordern, wieder mehr als nur gelangweilte Hausfrauen, die in Webcam-Optik drei Minuten lang durchgenudelt werden, geboten zu bekommen. Oder sie würden wieder zurück in die Videothek gehen.
Wenn schon Privatsphären sprengen, dann bitte richtig. Das muss einer verdorbenen Gesellschaft der Erhalt von guter Trash-Kultur wert sein!
Samstag, 10. Oktober 2009
Salami Aleikum
Charlie ging wie jeden Tag alleine von der Schule nachhause. Es war Sommer, die Vögel sangen, die Hitze brannte auf Charlie und die Straße. Der Schulranzen wog schwer auf den Schultern des kleinen Mädchens, das brav auf der linken Straßenseite ging, wie man ihr beigebracht hatte. Sie war vielleicht sieben, acht Jahre alt, kurze, braune Haare, Sommerkleid, feste Schuhe, sie ging täglich diesen Weg. Täglich drei Kilometer alleine auf der leeren Landstrasse, um die Mittagszeit, wenn die meisten schon zu Tisch waren.
Charlie fand es anstrengend und langweilig, alleine nachhause gehen zu müssen, sie war gerne mit Menschen, schloß leicht Freundschaften und lud alle zu sich nachhause ein. Ein offenes nettes Kind, unbefangen, vorlaut, vertrauensselig und intelligent. Gottseidank.
Ein Auto hielt neben Charlie. Der Mann stieg aus, überquerte die Straße und verschwand hinter den Büschen am Abhang, um zu pinkeln. Für Charlie war das nichts Besonderes, ihre Brüder, ihr Vater, alle Männer pinkelten hinter Bäumen oder Büschen. Als der Mann nach ihr rief, blieb sie stehen. Er wollte, dass sie zu ihm komme, er müsse ihr was zeigen. Neugierig trat Charlie hinter den Busch. Der Mann hatte seine Hose geöffnet und hielt sein dickes, rotes Glied in die Hand. Charlie solle näher kommen. Doch das kleine Mädchen blieb stehen und betrachtete fasziniert, was er in seiner Hand hielt. Wo sie denn wohne, wollte der Mann wissen. Da vorne, erwiderte Charlie und zeigte auf die Häuser, die vielleicht fünf Minuten entfernt lagen.
Sein Glied noch immer fest umschlossen, wiederholte der Mann seine Aufforderung, sie solle näher kommen. Charlie trat auf ihn zu, interessiert betrachtete sie das rote, dicke Ding, das er in der Hand hielt. Sie solle es anfassen, drängte der Mann. Aber Charlie betrachtete nur weiterhin sein erigiertes Glied. Wie sie es fände, wollte der Mann nun wissen, und ob es ihr gefiele. Charlie sah hoch zu ihm. Sieht aus wie eine Salami, erwiderte sie und lächelte ihn an. Aber jetzt müsse sie gehen, wieder zurück auf die Straße, sonst würde ihr Papa sie nicht sehen, der käme gleich mit dem Auto, weil er sie doch jeden Tag von der Schule abhole. Mit diesen Worten ließ sie den Mann stehen, stieg den Abhang hoch und setzte mit festen Schritten ihren Weg fort, den Blick fest auf die Häuser gerichtet, die in Sichtweite lagen. Ohne sich umzudrehen, sah sie den Mann hinter sich die Strasse überqueren und die Autotür aufschließen, sie hörte den Motor starten und den Wagen losfahren, dann überholte er sie und fuhr davon.
Natürlich kam Charlies Papa nicht an diesem Tag. Aber nachdem ihre Salami-Geschichte in der Familie die Runde gemacht und für viele Lacher gesorgt hatte, wurde Charlie täglich von der Schule abgeholt.
Und Salami isst sie heute noch gerne.
Aus der Reihe "Kleine Mädchen"
I am Legend
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Salami Aleikum
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Der Baader-Meinhof-Komplex
My 1976 Dienstag, 6. Oktober 2009
Der Baader-Meinhof-Komplex

Sonntag, 4. Oktober 2009
Ghostbusters
Samstag, 3. Oktober 2009
Love Exposure
Donnerstag, 1. Oktober 2009
21 gramm
es geht um herzrasen
(heut mal ganz wat altes: ein text vom beginn des 21. jahrhunderts)
einen wunderschönen guten morgen hatte die frau sich nach dem aufstehen gewünscht, denn positiv bleiben ist handlungsregel. trotzdem hatte sie den fön in der handtasche wie andere frauen den lippenstift. man weiß nicht, wo man landet. wenn man eine badewanne braucht, findet man auch eine. es gibt universalien im leben.
die zettel, die die nachbarin unter der tür durchschiebt gehören auch dazu.
nachmittags kollidieren fingerknöchel mit hartholz und haben erfolg, weil die knochen schmerzen und die nachbarin öffnet. der wunderschöne gute morgen, im laufe des tages schon arg malträtiert vom grantitenen himmel und vom endgültig erschöpften dispo, winselt um gnade.
im schatten von eiche rustikal geht es um ernste gespräche.
ihr schuhgeklapper hört man durch die wand. müssen denn absätze in der wohnung sein? macht doch auch nur macken ins parkett. ihre musik ist zu laut. und der ganze kram vor der tür. müssen die inlineskates da rumstehen? und die riesenpflanze? und wann haben sie überhaupt das letzte mal den flur geputzt? sie sind einmal im monat dran, wie jeder andere im haus auch.
die nachbarin schnattert und schnattert und läuft dabei in ihrer biolekschürze durchs eichenbewandete wohnzimmer, immer mit blick zum fenster. (es könnte ja irgendetwas spannendes passieren. das höchste wäre ein 11X-wagen. ambulanz, feuerwehr, polizei.) die frau sagt nichts, was die nachbarin zu noch lauterer schnatterei veranlasst.
das eine sag ich ihnen, wenn das so weitergeht, werde ich mich beim vermieter beschweren. und eine anzeige wegen ruhestörung bekommen sie auch. und noch was: die wiese unten ist keine liegewiese. das ist ein englischer rasen. und privat. alle anderen mitbewohner halten sich daran.
die frau wünscht einen wunderschönen tag und geht.
die wiese unten ist natürlich keine liegewiese. sie ist das bisschen grün, das es in großstadthinterhöfen manchmal gibt. und sie ist herzförmig, was daran liegt, dass großstadthinterhöfe manchmal eine etwas asymmetrische form aufweisen. natürlich ist es keine liegewiese. die ränder schneidet der nachbar mit der nagelschere. im sommer passen zwei stühle und ein billiger kleiner grill drauf und die nachbarn freuen sich, dass ihr eckchen so sichtgeschützt ist.
spät abends ist es dunkel auf dem herzrasen. heute besonders, denn der mond liegt irgendwo im erdschatten.
der nachbar ist pünktlich. wie immer. sie verlangt vorkasse. wie immer. herzrasen. darum geht es ihm. die nachbarin schaut gute zeiten schlechte zeiten, eine alte folge von vor drei jahren. mittlerweile hat sie 798 videokassetten.
die frau knöpft sich zu und sieht den nachbarn als formlosen schatten auf dem herzrasen liegen. das macht er manchmal. verhinderter schauspieler oder exhibitionist.
sie geht hoch. die fassade wird hergerichtet, die substanz dahinter noch ein wenig mehr durchlöchert, natürlich in routinierter reihenfolge. erst duschen, dann nase pudern. natürlich mit geldschein. fön in die handtasche. raus aus der wohnung.
als sie unten aus der tür tritt, biegt der krankenwagen mit sirene spektakulär um die ecke und hält vor dem haus. die frau schaut nach oben und sieht die nachbarin am fenster, mit kissen unter den speckigen armen und freudig aufgerissenen augen.





