Sonntag, 25. Oktober 2009

Samstag, 24. Oktober 2009

Nightwatch

Ich wünschte, ich hätte Tage und Nächte lang Zeit, um alles über Chris Marker zu erfahren, alle seine Filme zu erfassen und die Welt so zu sehen wie er, aber doch so wie ich.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Night Watch

Das Internet war heute entsetzt (also die Leute, die das Internet benutzen, aber sind die nicht irgendwie auch "Das Internet"?): Rapper Kanye West ist tot.
Erst am späten Nachmittag wurde klar, dass er nicht tot sondern schwanger ist. Mit einem seltsamen Vieh, das er nur zur Welt bringen kann, wenn er stirbt. Was das alles zu bedeuten hat, ist unklar, doch Spike Jonze hat die Ereignisse in einem rührenden kleinen Clip festgehalten, der spätestens ab Minute 6 interessant wird.




Ist das jetzt der erste Musikvideo, der ohne zugehörigen Song auskommt?

Montag, 19. Oktober 2009

La Kölsche Vita

Sexy Idee oder pseudoinnovative Umetikettierung?
Hier gibt's LaMa im eigens gebrandeten Kölschglas.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Samstag, 17. Oktober 2009

My Big Fat Greek Wedding

Besser man guckt "Zorba the Greek". Alle meine männlichen Freunde liebten diesen Film und besonders diese Szene!

Nackt

Nackt baden tut der Westberliner gerne am Teufelssee. Der heisst so, weil er in der Nähe vom Teufelsberg liegt. Das war mal ne interessante Tabuzone, als der Eiserne Vorhang noch nicht gefallen war, denn dort horchten die Amis alle Welt ab hin bis nach Moskau. Und damit keiner sah, in welche Richtung sie ihre Abhörschüsseln drehten, bauten sie eine Kuppel drum herum. Am Teufelsberg gab sogar mal einen Skilift, denn auch Skifahren tut der Berliner gerne, ganz besonders in Berlin. Das Gelände gehört inzwischen einem Investor, daher wird es immer noch bewacht. Dennoch steigen immer wieder Leute durch ein Loch im Zaun und besichtigen die Ruine oder genießen den phantastischen Blick über die Stadt.profile_photo_sizes.php.jpg

Freitag, 16. Oktober 2009

Taxi Driver

You talkin' to me? You talkin' to me? You talkin' to me?
Then who the hell else are you talking...
you talking to me?
Well I'm the only one here.

Montag, 12. Oktober 2009

Nackt



Sex braucht seine Peinlichkeit zurück. Wer früher einen Porno sehen wollte, musste sich outen - wenigstens vor der nach Zigarettenrauch stinkenden Videothekarin, die so tun musste, als hätte sie keine spöttischen Gedanken, wenn man ihr die klebrige Leerhülle zu "Harry Popper und sein Zauberstab" rüberschiebt.

Wenn Sex seinen Wert verliert, verliert er auch seinen Humor. Clips auf youporn.com kann jeder ansehen, ohne sich blamieren zu müssen. Das hat zur Folge, dass der öffentliche Sex auch nicht mehr verkauft werden muss. Das heißt, auf eine grandios schlechte Handlung und doppeldeutige Schwachsinns-Titel wird verzichtet - und das sind doch die Werte, die eine gute Trash-Kultur verteidigen muss!

Kein Mensch würde sich Clips von Explosionen ansehen, die aus Action-Filmen rausgeschnitten wurden. Und das nur, weil man sich nicht schämen muss, wenn man einen Action-Film in der Videothek ausleiht.

Auch Menschen, die nur mit sich selbst Sex haben, haben ein Recht auf Spaß dabei!

Ich bin mir sicher, dass die meisten youporn-Nutzer gerne wieder mehr Spaß beim Geschlechtsverkehr-Ersatz hätten. Deshalb fordere ich, dass auf Porno-Seiten die Funktion eingebaut wird, dass jeder, der einen Sex-Clip ansieht, fotografiert und neben dem Clip eingeblendet wird. Die User würden dann schnell einfordern, wieder mehr als nur gelangweilte Hausfrauen, die in Webcam-Optik drei Minuten lang durchgenudelt werden, geboten zu bekommen. Oder sie würden wieder zurück in die Videothek gehen.

Wenn schon Privatsphären sprengen, dann bitte richtig. Das muss einer verdorbenen Gesellschaft der Erhalt von guter Trash-Kultur wert sein!

Samstag, 10. Oktober 2009

Männerpension

...am Savignyplatz

Männerpension

Das Eine sag ich dir: Ich krieg das Klavier!

Salami Aleikum

Charlie ging wie jeden Tag alleine von der Schule nachhause. Es war Sommer, die Vögel sangen, die Hitze brannte auf Charlie und die Straße. Der Schulranzen wog schwer auf den Schultern des kleinen Mädchens, das brav auf der linken Straßenseite ging, wie man ihr beigebracht hatte. Sie war vielleicht sieben, acht Jahre alt, kurze, braune Haare, Sommerkleid, feste Schuhe, sie ging täglich diesen Weg. Täglich drei Kilometer alleine auf der leeren Landstrasse, um die Mittagszeit, wenn die meisten schon zu Tisch waren.

Charlie fand es anstrengend und langweilig, alleine nachhause gehen zu müssen, sie war gerne mit Menschen, schloß leicht Freundschaften und lud alle zu sich nachhause ein. Ein offenes nettes Kind, unbefangen, vorlaut, vertrauensselig und intelligent. Gottseidank.

Ein Auto hielt neben Charlie. Der Mann stieg aus, überquerte die Straße und verschwand hinter den Büschen am Abhang, um zu pinkeln. Für Charlie war das nichts Besonderes, ihre Brüder, ihr Vater, alle Männer pinkelten hinter Bäumen oder Büschen. Als der Mann nach ihr rief, blieb sie stehen. Er wollte, dass sie zu ihm komme, er müsse ihr was zeigen. Neugierig trat Charlie hinter den Busch. Der Mann hatte seine Hose geöffnet und hielt sein dickes, rotes Glied in die Hand. Charlie solle näher kommen. Doch das kleine Mädchen blieb stehen und betrachtete fasziniert, was er in seiner Hand hielt. Wo sie denn wohne, wollte der Mann wissen. Da vorne, erwiderte Charlie und zeigte auf die Häuser, die vielleicht fünf Minuten entfernt lagen.

Sein Glied noch immer fest umschlossen, wiederholte der Mann seine Aufforderung, sie solle näher kommen. Charlie trat auf ihn zu, interessiert betrachtete sie das rote, dicke Ding, das er in der Hand hielt. Sie solle es anfassen, drängte der Mann. Aber Charlie betrachtete nur weiterhin sein erigiertes Glied. Wie sie es fände, wollte der Mann nun wissen, und ob es ihr gefiele. Charlie sah hoch zu ihm. Sieht aus wie eine Salami, erwiderte sie und lächelte ihn an. Aber jetzt müsse sie gehen, wieder zurück auf die Straße, sonst würde ihr Papa sie nicht sehen, der käme gleich mit dem Auto, weil er sie doch jeden Tag von der Schule abhole. Mit diesen Worten ließ sie den Mann stehen, stieg den Abhang hoch und setzte mit festen Schritten ihren Weg fort, den Blick fest auf die Häuser gerichtet, die in Sichtweite lagen. Ohne sich umzudrehen, sah sie den Mann hinter sich die Strasse überqueren und die Autotür aufschließen, sie hörte den Motor starten und den Wagen losfahren, dann überholte er sie und fuhr davon.

Natürlich kam Charlies Papa nicht an diesem Tag. Aber nachdem ihre Salami-Geschichte in der Familie die Runde gemacht und für viele Lacher gesorgt hatte, wurde Charlie täglich von der Schule abgeholt.

Und Salami isst sie heute noch gerne.


Aus der Reihe "Kleine Mädchen"

I am Legend


Jahre geschwiegen
den Schmerz vertrocknen lassen
die Ohren beiseite gelegt
den Mund verschluckt
die Nase eingezogen
die Augen herausgeschraubt
das Kinn zermeißelt
Schulter aus Marmor
Herz aus Moder
und trotzdem leb ich

Aus dem Nachlaß einer Freundin

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Salami Aleikum

Noch ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Tag. Und dem der deutschen Einheit. Sowas steht nämlich in direkter Nähe zum Brandenburger Tor- wenn das kein Beweis ist, dass die Deutschen ein sowohl kulinarisch könnerhaftes als auch äußerst humorvolles Volk sind.

I am Legend

merci an mo und onkel und onkel

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Der Baader-Meinhof-Komplex


More about Ulrike and by Ulrike herself please look at Courage


My 1976

Ich fuhr damals ein knallgelbes Moped Marke Motobecane, das ich bei der Post ersteigert hatte für 15 Mark. natürlich ging es laufend kaputt, weshalb ich häufig zu spät zur Redaktionssitzung der Courage kam, die wir 1976 gerade gründeten. Vier Frauen, die aus dem Nichts eine Monatszeitung erstellten, die es in einer Auflage von 30 000 Exemplaren dann bis 1983 am Kiosk zu erwerben gab. Wir trauten uns was, nahmen Risiken in Kauf, gingen Geld sammeln, mit 5 Mark Kredit ging es los und brachten auf diese Weise 5000 Mark zusammen, die reichten um die sog. Nullnummer herzustellen. Die präsentierten wir dann im Café Wintergarten in der Fasanenstrasse, den heutigen Literaturcafé, stellten uns mit Tapetentischen voller Courage an die Strasse und verkauften die ersten Exemplare und machten natürlich kräftig Werbung. Unser Mütter hatten wir auch zu diesem Ereignis eingeladen. Was meine Mutter angeht, so erzählt sie noch heute davon.



Dienstag, 6. Oktober 2009

Der Baader-Meinhof-Komplex


Es ist sicher nur ein Zufall, dass heute der Baader-Meinhof-Komplex an der Reihe ist. Doch weil die Chaostheorie stimmt, hat es sicher seinen Sinn, dass dieser Titel genau einen Tag vor Ulrike Meinhofs Geburtstag kommt.

Will das Schicksal also, dass der Ulrike einen Tag vor ihrem Geburtstag gratuliert wird? Damit die verdammte Terroristin noch postum alles Schlechte abbekommt, weil Vorher-Gratulieren ja Pech bringt?

Meinhofs Abrutschen in die Kriminalität hat m.E. etwas Hochdramatisches - immerhin ist eine wirklich spannende Journalistin untergegangen, deren Texte heute sicher höher eingeschätzt werden würde, hätte sie nicht irgendwann um sich geschossen.

Ihr Satz "lieber wütend als traurig" ist ihr irgendwie selbst zum Verhängnis geworden. Immerhin ist ein Großteil der Leute eher wütend auf sie, als traurig, dass ihr Leben eine solch schreckliche Wendung (auch wenn die von ihr selbst ausgegangen ist) genommen hat.

Ich ziehe es vor, weder wütend noch traurig zu sein. Und gratuliere daher gar nicht zum Geburtstag.

Der Lauf der Zeit

Wall-Fusion der inoffiziellen Partnerbezirke Köln Mülheim und Berlin Neukölln.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Ghostbusters

If you wake up feeling observed by an observer on your winter window, you should...

Ghostbusters

Neulich morgens nach dem Aufstehen im Bad vor dem Spiegel entdeckte ich eine kleine weisse Feder im Haar und sofort hörte ich in mir den Satz : "Heute Nacht war ich ein Engel."
Das stelle man sich mal vor, dass wir alle des Nachts unterwegs sind als Engel! Uns dort in der Nachtwelt ähnliche Kämpfe liefern wie hier - woher ist morgens aufeinmal der blaue Fleck am Kinn, am Abend vor dem Einschlafen war er noch nicht da? Dort alten Freunden begegnen und neue Freunde finden - das sichere Gefühl, den/die kenne ich doch, obwohl fest steht, man kann sich noch nie über den Weg gelaufen sein! Oder Aufträge höherer Art mal gut erledigen, mal schlecht, mal gar nicht, denn es ist nun mal so: Engel sind auch nur Menschen! So jedenfalls hieß meine TV-Serie, die zwar nie gedreht wurde, aber noch immer Spass machen könnte.

Samstag, 3. Oktober 2009

Love Exposure

Ein grauer Tag heute, dieser 3. Oktober 2009, grau und still das Leben vor der Tür und um das Tor scharen sich ne halbe Million Bürger. Ein Terroranschlag wird erwartet. Die Bundeschefs sprechen aus einer Kleinstadt zu uns, reine Vorsichtsmaßnahme, denn was würden wir ohne sie, die Damen und Herren in ihren grauen Anzügen, anfangen? Mir kommen Menschenaufläufe dieser Art vor wie der Tanz ums Goldene Kalb, in Berlin ist es seit 20 Jahren das Brandenburger Tor. Was treibt die Leute dahin? Ich hoffe, es sind auch ein paar Flashmobber dort...

Donnerstag, 1. Oktober 2009

21 gramm

es geht um herzrasen

(heut mal ganz wat altes: ein text vom beginn des 21. jahrhunderts)

einen wunderschönen guten morgen hatte die frau sich nach dem aufstehen gewünscht, denn positiv bleiben ist handlungsregel. trotzdem hatte sie den fön in der handtasche wie andere frauen den lippenstift. man weiß nicht, wo man landet. wenn man eine badewanne braucht, findet man auch eine. es gibt universalien im leben.

die zettel, die die nachbarin unter der tür durchschiebt gehören auch dazu.

nachmittags kollidieren fingerknöchel mit hartholz und haben erfolg, weil die knochen schmerzen und die nachbarin öffnet. der wunderschöne gute morgen, im laufe des tages schon arg malträtiert vom grantitenen himmel und vom endgültig erschöpften dispo, winselt um gnade.

im schatten von eiche rustikal geht es um ernste gespräche.

ihr schuhgeklapper hört man durch die wand. müssen denn absätze in der wohnung sein? macht doch auch nur macken ins parkett. ihre musik ist zu laut. und der ganze kram vor der tür. müssen die inlineskates da rumstehen? und die riesenpflanze? und wann haben sie überhaupt das letzte mal den flur geputzt? sie sind einmal im monat dran, wie jeder andere im haus auch.

die nachbarin schnattert und schnattert und läuft dabei in ihrer biolekschürze durchs eichenbewandete wohnzimmer, immer mit blick zum fenster. (es könnte ja irgendetwas spannendes passieren. das höchste wäre ein 11X-wagen. ambulanz, feuerwehr, polizei.) die frau sagt nichts, was die nachbarin zu noch lauterer schnatterei veranlasst.

das eine sag ich ihnen, wenn das so weitergeht, werde ich mich beim vermieter beschweren. und eine anzeige wegen ruhestörung bekommen sie auch. und noch was: die wiese unten ist keine liegewiese. das ist ein englischer rasen. und privat. alle anderen mitbewohner halten sich daran.

die frau wünscht einen wunderschönen tag und geht.

die wiese unten ist natürlich keine liegewiese. sie ist das bisschen grün, das es in großstadthinterhöfen manchmal gibt. und sie ist herzförmig, was daran liegt, dass großstadthinterhöfe manchmal eine etwas asymmetrische form aufweisen. natürlich ist es keine liegewiese. die ränder schneidet der nachbar mit der nagelschere. im sommer passen zwei stühle und ein billiger kleiner grill drauf und die nachbarn freuen sich, dass ihr eckchen so sichtgeschützt ist.

spät abends ist es dunkel auf dem herzrasen. heute besonders, denn der mond liegt irgendwo im erdschatten.

der nachbar ist pünktlich. wie immer. sie verlangt vorkasse. wie immer. herzrasen. darum geht es ihm. die nachbarin schaut gute zeiten schlechte zeiten, eine alte folge von vor drei jahren. mittlerweile hat sie 798 videokassetten.

die frau knöpft sich zu und sieht den nachbarn als formlosen schatten auf dem herzrasen liegen. das macht er manchmal. verhinderter schauspieler oder exhibitionist.

sie geht hoch. die fassade wird hergerichtet, die substanz dahinter noch ein wenig mehr durchlöchert, natürlich in routinierter reihenfolge. erst duschen, dann nase pudern. natürlich mit geldschein. fön in die handtasche. raus aus der wohnung.

als sie unten aus der tür tritt, biegt der krankenwagen mit sirene spektakulär um die ecke und hält vor dem haus. die frau schaut nach oben und sieht die nachbarin am fenster, mit kissen unter den speckigen armen und freudig aufgerissenen augen.

21 Gramm...

... Jahre später.